Das Schnitzmesser

 

Das Messer, ein seit der Altsteinzeit verwendetes Schneidwerkzeug, ist ein universelles Holzbearbeitungswerkzeug. In der Holzbearbeitung werden hauptsächlich Schneidwerkzeuge verwendet die für eine bestimmte Aufgabe verwendet werden. Das Messer hat in der modernen Holzbearbeitung an Bedeutung verloren. In der Tischlerlehre habe ich nicht gelernt mit einem Messer Holz zu bearbeiten. Selbst den Bleistift haben wir mit einem Stechbeitel angespitzt.

Als Kind war mir der Besitz eines Taschenmessers sehr wichtig und ich war damit nicht allein. Wenn es keine feststehende Klinge hatte durften wir es sogar in der Schule dabei haben. Holz habe ich damit geschnitzt, nur hat es mir keiner so richtig gezeigt und da die Klinge nicht richtig scharf war, hat es auch nicht so richtig Spaß gemacht. Immer vom Körper weg schnitzen, das war das wenige was ich von Erwachsenen gelernt habe. So haben wir unsere Stöcker angespitzt um Würstchen aufzuspießen oder den Stockbrotteig darum zu wickeln wenn wir Abends am Lagerfeuer saßen.

Wenn ich die Taschenmesser meiner Kindheit und die Schnitzmesser, welche ich heute verwende vergleiche, dann ist es nicht verwunderlich, dass ich nicht so richtig Spaß und Interesse am Schnitzen entwickeln konnte. Es gibt doch einige wichtige Eigenschaften, die ein Schnitzmesser von einem Taschenmesser unterscheiden.

Ein Schnitz- oder Werkmesser hat eine 60 bis 90 mm lange Klinge. Sie läuft nach vorn spitz aus. Die Schneide wird durch den Anschliff erzeugt. Der Klingenstahl wird von beiden Seiten in einem Winkel von 22° bis 25° angeschliffen. Die Schleiffase muss absolut gerade sein. Wenn die Schleiffase auf dem Holz aufliegt, muss die Schneide das Werkstück erreichen um einen Span abnehmen zu können. Viele Messer haben zusätzlich zu der Schleiffase noch eine Microfase, die einen steileren Winkel hat. Liegt die Schleiffase auf dem Werkstück auf, erreicht die Schneide nicht die Holzoberfläche.

Der Messergriff sollte eine spindelförmig und im Querschnitt oval sein. Mit einem solchen Griff kann das Messer unterschiedlich gegriffen werden, was für die verschiedenen Grifftechniken notwendig ist. Durch den ovalen Querschnitt bleibt das Messer nie so liegen, dass die Schneide nach oben zeigt. Eine Parierstange macht das Messer für das Schnitzen unbrauchbar, da sie meist im Weg ist. Um ein Abrutschen auf die Schneide zu verhindern, kann der Griff an der Unterseite kurz vor der Schneide eine leichte Einbuchtung haben.

Zu einem Schnitzmesser gehört unbedingt auch eine Hülle, um Verletzungen zu vermeiden und um die Schneide zu schützen. Bei meinen Kursen gilt die Regel, niemals ein Messer ohne Hülle liegen lassen oder damit herumlaufen.

Preiswerte und gute Messer stellt die Firma Morakniv aus Schweden her, das Sloydkniv 106 und 120. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche kleinere Manufakturen mit tollen Produkten.

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