Schnitztechnik mit dem Löffelmesser

Die Bezeichnung Löffelmesser ist nicht so gebräuchlich, dennoch denke ich, dass sie die angemessenste ist. Meist wird dieses Werkzeug als Schälmesser bezeichnet. Das herstellen einer Vertiefung hat für mich wenig mit Schälen zu tun. Im englischen gibt es die Bezeichnung  Hook Knife. Bei der Übertragung ins Deutsche- Hakenmesser, lässt mich eher en ein Tepichmesser denken. Das Crooked Knife finde ich in der Übertragung ins Deutsche- gebogenes Messer, durchaus passend. Löffelmesser ist für mich der griffigste Name. Ein Messer, mit welchem Löffel geschnitzt werden- mit diesem Namen können sich die meisten Menschen etwas darunter vorstellen. 

Mit dem Löffelmesser wird überwiegend eine Vertiefung ausgearbeitet. Das bedeutet, dass beim Führen des Messers eine drehende Bewegung, die dem Profil der Vertiefung folgt, ausgeführt wird. Es wird deutlich, dass mit dem Löffelmesser schüsselförmige Vertiefungen hergestellt werden können. 

Wie beim Arbeiten mit dem Schnitzmesser ist es auch beim Löffelmesser wichtig, dass du lernst kontrollierte und kraftvolle Schnitte zu machen. Kontrolliert bedeutet, dass du in der läge bist den Schnitt zu stoppen und die Schnitttiefe bestimmen kannst. Kraftvoll heißt, du kannst deine Kraft für den Schnitt einsetzen, ohne die Kontrolle zu verlieren. 

Gegen den Daumen schnitzen aus der Schulter

Bei dieser Technik hältst du das Messer in der Hand, so dass die Fingerknöchel nach oben und die Messerklinge auf der Seite des Daumens ist. Die Schneide zeigt in deine Richtung. Der Messergriff liegt in dem Bereich wo die Finger ihren Ansatz haben. Die Finger umschließen den Messergriff. So kannst du durch das öffnen und schließen der Faust das Messer bewegen.

Der Daumen kann sich am Werkstück abstützen wobei du darauf achten musst, dass du ihn so weit wie möglich nach unten hältst, da das die Schneide nicht gegen den Daumen stößt. Vorbeugend kannst du dir auf dem Daumengelenk ein Pflaster kleben. Das schützt dich etwas vor Verletzungen. 

Beim Ausführen der Technik schneidest du mit dem Messer in das Holz, indem du die Hand schließt und den Daumen am Werkstück abstützt. In der zweiten Fase ziehst du das Messer wieder aus dem Holz, wobei du eine Kraftvolle Bewegung aus der Schulter ausführst. Achte dabei auf deinen Daumen. Wie bereits beschrieben führst du eine drehende Bewegung aus, die der Rundung der Vertiefung folgt. Bei dieser Technik schneidest du quer zur Faser. Die Hand, welche das Werkstück hält liegt am besten auf denen Oberschenkel. Wenn du sie gegen den Oberschenkel drückst, hast du einen festen Halt. 

Das Schnitzen aus der Schulter ist eine Technik, bei der du schnell viel Material entfernen kannst. Beim Beginn des Aushölungsprozesses kannst du so sehr effektiv die grobe Form der Schüsselung herstellen. Mit den folgenden Techniken kannst du die Form nachbearbeiten und eine glatte Oberfläche erzielen.

Gegen den Daumen schnitzen aus der Hand

Diese Technik unterscheidet sich von der vorhergehenden durch die Ausführung der Bewegung. Sie ist für detailliertes und kontrollierteres Schneiden geeignet. Die Ausgangssituation ist identisch. 

Beim Ausführen dieser Technik kommt die Schnittbewegung nur aus der Hand- nicht aus der Schulter. Der Daumen stützt sich am Werkstück ab. Die Messerhand bleibt auch am Ende der Bewegung am Werkstück. Schneide nicht so tief in das Material, da du bei dieser Technik weniger Körperkraft einsetzen kannst. Achte auch hier auf deine Daumen. Auch bei dieser Technik schneidest du Quer zur Faser. 

Daumenstütze auf Schub

Mit dieser Technik kannst du bei einem Löffel den Bereich vom Löffelstiel bis zur Mitte der Schüsselung, diese wird auch als Laffel bezeichnet, bearbeiten. Nimm das Messer in die Hand, die ein Faust bildet. Die Messerklinge ist auf der Daumenseite und die Schneide zeigt nach vorn. Die Hand, welche das Werkstück hält ist hinter dem Messer. Der Daumen wird gegen den Messerrücken gedrückt. 

Bei der Ausführung der Bewegung kommt die Drehbewegung and dem Handgelenk. Du schneidest mit dem Teil de Schneide, der kurz hinter der Spitze ist. Der Daumen schiebt das Messer oder stützt es und unterstützt so die Drehbewegung. 

Alternativ kann das Messer auch so gehalten werden das die Messerklinge auf der anderen Seite der Faust ist. Du hälst deine Messerhand senkrecht. Die Drehbewegung kommt aus dem Unterarm. 

Mit dieser Technik kannst du sehr genau arbeiten. Ich verwende sie, um die äußeren Ränder der Laffel sauber nachzuschneiden. Du schneidest längst zur Faser, wobei du darauf achten musst, dass du die Holzfasern in einen spitzen Winkel anschneidest. Versuch dir immer vorzustellen, wie die fasern in deinen Werkstück verlaufen. Mit der zeit bekommst du ein Gefühl dafür. 

Daumenstütze auf Zug

Diese Technik ist geeignet die andere Seite der Laffel nachzuschneiden. Du hältst das Messer wie bei der Daumenstütze, wobei der Daumen auf dem Messergriff liegt und somit der Griff diagonal in der Handfläche. Die Werkstückhand hält das Holz so, dass sich der Daumen über den andern befindet. 

Die Bewegung wird so ausgeführt, dass die Messerhand sich leicht dreht und der Daumen der Werkstückhand die Klinge zu sich hin zieht. Die Vorwärtsbewegung kommt nur aus dem Daumen. Dadurch  wird verhinderst, dass du dich in die Hand schneidest. Du kannst auch den Bereich am Zeigefinger mit einem Pflaster schützen. 

Schnitzen mit der Fingerstütze

Diese Technik ist sehr vielseitig, da sie in den meisten Bereichen der Laffel angewendet werden kann. Die Messerhand hält das Löffelmesser wie bei der Daumenstütze auf Zug. Die andere Hand hält das Werkstück so, dass es in der offenen Hand liegt. Die Finger berühren die Messerhand oder den Messerrücken.

Auch hier wird die Bewegung so ausgeführt, dass die Messerhand sich leicht dreht. Die Finger der  Werkstückhand unterstützen die Bewegung, indem etwas Druck ausgeübt wird. 

Das Löffelschnitzen kann beginnen

Mit etwas Übung hast du die Techniken sicher drauf und du kannst mit den Löffelschnitzen beginnen. Ein Löffel hat eine komplexe Form und es sind die unterschiedlichsten Techniken mit dem Schnitz- und Löffelmesser nötig, um ein schönes Ergebnis zu erzielen. Um das Schnitzen mit dem Messer zu üben empfehle ich den Butterstreicher und den Pfannenwender. Eine gute Vorübung für einen Löffel. 

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