Einen Pfannenwender schnitzen

Ein Pfannenwender ist nicht dazu da eine Pfanne zu wenden- einen Pfannenwender kannst du benutzen um den Inhalt in der Pfanne beim Braten zu wenden. Ich zeige dir in diesem Artikel, wie du dieses Küchengerät mit einem Schnitzmesser und einer Säge selber herstellen kannst. Dabei kannst du die verschiedenen Schnitztechniken üben.

Holzauswahl

Für dieses Projekt kannst du frisches Laubholz verwenden, dessen Struktur fein und gleichmässig ist. Ich habe Birke verwendet. Du kannst auch Ahorn, Pappel, Linde oder Obstbaumhölzer verwenden um nur einige zu nennen.  Ein Ast oder Stamm mit einem Durchmesser von mindestens 7 cm und einer astfreien Länge von 25 cm ist gut geeignet. Wenn dein Holzstück nicht gerade gewachsen ist, kannst du diese Krümmung nutzen, um den Pfannenwender eine entsprechende Form zu geben. Einen verdrehten Wuchs solltest du meiden.

Zurichten

Zunächst spaltest du deinen Rohling in der Mitte mit einem großen Sloydmesser. Ich verwende hierzu ein Arbeits- oder Bushcraft- Messer zB. ein Morakniv Companion. Du setzt das Messer mit der Schneide auf das Hirnholz auf und treibst es mit einem Holz- oder Kunstoffhammer durch Schlägen auf den Messerrücken in das Holz. Wenn die Klinge vollständig in das Holz eingedrungen ist, sollte sich das Holz spalten. Du kannst durch verdrehen des Messers den Spaltvorgang unterstützen. Wenn sich das Holz dennoch nicht spaltet, kannst du mit Holzkeilen den Riss weiter auseinander treiben. Die Holzkeile schlägst du in den Riss. 

Besser ist es für das Spalten eine Axt zu verwenden, die du auch mit einem Holz- oder Kunstoffhammer in das Holz treibst. Weil die Axt eine wesentlich größere Keilwirkung hat, wirst du ohne Holzkeile schnell dein Werkstück spalten können. 

Nun spaltest du aus einer der Holzhälften ein ca. 2 Zentimeter dickes Stück heraus. Um zu vermeiden, dass der Spaltriss verläuft solltest du darauf achten, dass du auf beiden Seiten die gleiche Menge an Holz hast. Versuch es einfach noch einmal, wenn das Spalten schief geht. Schneide nun die Baumkante (Rinde) ab und bringe dein Werkstück auf eine Breite, die du für dein Pfannenwender brauchst. Mein Pfannenwender hat eine Breite von 6 Zentimetern. 

Mit dem Schnitzmesser bearbeitest du die Flächen so das sie glatt und nicht verdreht sind. Dein Werkstück sollte gleichmäßig dick sein. Verwende hierzu die Technik mit dem gestricktem Arm. Für feine Schnitte eignet sich das Gegenschnitzen oder das Schnitzen mit der Daumenstütze. 

Form schnitzen

Es ist soweit- du kannst nun die Form auf dein Werkstück übertragen. Zeichne hierzu eine Mittellinie. An dem Ende, an dem du das Blatt deines Pfannenwenders ausarbeiten möchtest, muss die Kante im rechten Winkel zur Mittellinie sein. Dein Augenmaß reicht aus. Wenn das nicht so ist, kannst du ein Stück absägen, so dass eine winklige Kante entsteht. Auf der Mittellinie machst du dir Markierungen für die breiteste Stelle des Griffs, für die schmale Stelle zwischen Griff und Blatt sowie für die breiteste Stelle des Blattes. Nun markierst du die Breite an den Stellen, sowie am Ende des Griffs und am Ende des Blattes. Achte darauf, dass du jeweils den gleichen Abstand zur Mittellinie hast, so dass deine Mittellinie auch bei deinem fertigen Pfannenwender die Mittellinie ist. 

Hast du schon den Butterstreicher geschnitzt? Wenn ja, dann weist du, dass du beim Ausarbeiten der Form darauf achten musst die Holzfasern immer im spitzen Winkel anzuschneiden. Wenn du immer von außen nach innen schnitzt, dann schneidest du die Holzfasern in einen günstigen Winkel an. Benutze die verschiedenen Techniken so, dass du kontrolliert, sauber und effektiv schneidest. Schau dir das Video an. 

Wenn du das Profil ausgearbeitet hast, kannst du nun von der Mitte des Griffes ausgehend das Werkstück dünner zu schnitzen. Zeichne dir eine Linie auf der Schmalseite, so kannst du diesen Arbeitsgang besser kontrollieren. Wenn dein Werkstück gekrümmt ist, dann kannst du diesen Arbeitsgang nur auf einer Seite machen. Dadurch verstärkst du augenscheinlich die Krümmung. Im Video habe ich dies so gemacht. 

Für den nächsten Arbeitsgang zeichnest du eine Linie auf der Fläche deines Pfannenwenders, der ca.  0,5 bis 1 Zentimeter non der Kante entfernt ist. Auf den schmalen Flächen kannst du auch eine Markierung machen- in einem Abstand von ca. 0,2 bis 0,5 Zentimetern von der Werkstückkante. Diese Markierungen sind hilfreich, um eine schräge Fläche zu schneiden. Achte darauf, dass du immer in der richtigen Richtung schneidest, um die Fasern immer im spitzen Winkel anzuschneiden. 

Am Ende des Griffes habe ich eine kleine Verzierung angebracht. Eine einfache Möglichkeit für eine Verzierung besteht darin, kurz vor dem Ende an den schmalen Seiten jeweils eine kleine Kerbe einzuschneiden. Eine andere Möglichkeit habe ich in dem Artikel „einen Butterstreicher schnitzen“ beschrieben. 

Dekoration

Feinarbeit

Die Form ist nun angelegt. Es fehlt das nacharbeiten der Flächen, so das eine glatte und gleichmäßige Oberfläche entsteht. Ich schleife meine Arbeiten nicht, da ich eine Oberfläche, die mit einem scharfen Messer geschnitten ist, ästhetisch und wertiger finde. Zu diesem Thema werde ich demnächst einen Artikel schreiben. 

Feinarbeit bedeutet, dass du dein Produkt mit einem scharfen Messer (Klinge vorher abziehen und polieren) alle Flächen noch einmal nachschneidest. Das Holz sollte dafür trocken sein. Lass dein Werkstück noch ein paar Tage liegen bevor du mit der Feinarbeit beginnst. Schneide ganz feine Späne und versuche die Messerschnitte so lang wie möglich auszuführen. Zum Schluss schneidest du eine ganz feine Fase an alle Kanten. Nun ist dein Pfannenwender fertig. 

Kolorieren und Ölen

Das kleine Zierelement habe ich mit einer Kaseinfarbe bemalt. Diese Farbe trocknet sehr schnell und ist unbedenklich in der Anwendung. Nach dem trocknen ist sie Wasserfest. Um dein Projekt abzuschließen, solltest du es einölen. Ich habe Walnussöl verwendet, da es nach einiger Zeit fest wird. Wenn du das Öl in einem Wasserbad erhitzt zieht es besser in das Holz ein. Trage das Öl satt auf und lass es einziehen. Anschließend polierst du deinen Pfannenwender mit einem sauberen Baumwolltuch.

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